EGL rechnet mit Verlust - 50 Stellen werden abgebaut
28.07.2010
Dietikon ZH (sda) Der Energiekonzern EGL leidet unter dem enttäuschenden Handelsgeschäft mit Zentral- und Osteuropa sowie der Euro-Schwäche. Für 2009/10 rechnet die Axpo-Tochter mit einem Verlust "im unteren zweistelligen Millionenbereich" und baut deshalb rund 50 Stellen ab. Betroffen seien hauptsächlich Beschäftigte in der Schweiz, teilte EGL am Mittwoch mit. Neben Frühpensionierungen und Nichtersetzen von natürlichen Abgängen kommt es auch zu Entlassungen. Per Ende März verfügte EGL über 856 Vollzeitstellen; 60 Prozent davon in der Schweiz.Das Sparprogramm enthalte überdies die Auslagerung von Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, teilte EGL weiter mit. Dabei werde den betroffenen Mitarbeitenden mehrheitlich eine Ersatzstelle beim neuen Dienstleister angeboten. Wie bereits bekannt, hatte der Energiekonzern wegen eines erfolglosen Gaskraftwerk-Projekts in Italien hohe Belastungen in Kauf nehmen müssen. Zudem werden Investitionen verschoben. Ins Gewicht fielen zuletzt auch Mehrausgaben für die Strombeschaffung aufgrund eines Ausfalls im französischen Kernkraftwerk Bugey. Im ersten Halbjahr 2009/10 (per Ende März) machte EGL zudem der sinkende Euro-Kurs und ein tieferes Finanzergebnis zu schaffen. Der Semestergewinn brach um 69 Prozent auf 38,4 Mio. Fr. ein.
Enttäuschender Hub
Der weitere Kurszerfall des Euro bis Ende Juni habe nun das Finanzergebnis zusätzlich belastet, teilte EGL mit. Der Konzern wickelt über 90 Prozent der Geschäfte im europäischen Raum ab. Zudem hat sich im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs die Bruttomarge aus Handelstätigkeiten unterproportional entwickelt. Enttäuschend verlief das Geschäft des Handelshubs mit Sitz in Dietikon, der die Märkte in Zentral- und Osteuropa bewirtschaftet. Dieser Hub, in dem der Stellenabbau mehrheitlich anfällt, wird nun restrukturiert. Bis Ende 2010 passt EGL hier Grösse, Strukturen und Prozesse im Handel und der Verwaltung an. Die aktuellen Massnahmen zur Kostensenkung sollten im neuen Geschäftsjahr 2010/11 greifen. Prognosen zum Handelserfolg bleiben für EGL schwierig: Die europäischen Energiemärkte zeigten für die nächsten Monate keine klaren Signale bezüglich der Preisentwicklung. Weiterhin geht EGL von einem volatilen Eurokurs und unsicheren Entwicklungen auf den Finanzmärkten aus.






